So nutzen Sie den Rechner
- Geben Sie die Zahlungsströme (Jahr 0, 1, 2 …) durch Kommas getrennt ein; der erste Wert ist negativ.
- Tragen Sie den Wiederanlagezins (für MIRR) in Prozent ein, mit dem Rückflüsse für den MIRR weiter angelegt werden.
- Lesen Sie Interner Zinsfuß und Modifizierter interner Zinsfuß (MIRR) ab.
- Prüfen Sie Netto-Cashflow insgesamt und Einfache Amortisation in Jahren.
Was der interne Zinsfuß ist
Der interne Zinsfuß (englisch IRR) ist der Zinssatz, bei dem der Kapitalwert aller Zahlungen null wird. Er beantwortet die Frage: Mit welcher jährlichen Rendite verzinst sich das eingesetzte Geld? Das macht ihn zu einer anschaulichen Kennzahl für Investitionen mit mehreren Rückflüssen.
0 = Σ Z_t ÷ (1 + IRR)^t- Z_t = Zahlungsstrom im Jahr t
- IRR = gesuchter Zinsfuß
- MIRR = (Endwert der Rückflüsse ÷ Barwert der Auszahlungen)^(1 ÷ n) − 1
Der IRR setzt voraus, dass Rückflüsse zum selben Satz wieder angelegt werden können, was bei hohen Werten unrealistisch ist. Der modifizierte interne Zinsfuß (MIRR) verwendet dagegen einen separaten Wiederanlagezins.
Beispiel: 10.000 € mit vier Rückflüssen
Zahlungen: −10.000, 2.500, 3.000, 3.500 und 4.000 €. Die Rückflüsse summieren sich auf 13.000 €, die Netto-Summe beträgt 3.000 €, die einfache Amortisation liegt bei 3,25 Jahren. Der interne Zinsfuß beträgt 10,48 %.
Bei einem Wiederanlagezins von 4 % liegt der MIRR bei 8,18 %, bei 8 % steigt er auf 9,60 %. Der MIRR liegt unter dem IRR, solange der Wiederanlagezins unter dem IRR liegt, und nähert sich ihm bei höheren Wiederanlagezinsen.
Zur Plausibilität: Ein Zinsfuß von 10,48 % bedeutet, dass 10.000 € bei dieser Verzinsung genau die vier Rückflüsse erzeugen würden. Liegt Ihre Alternative etwa bei einem Festgeld mit 3 %, ist das Projekt klar im Vorteil, soweit die Zahlungen sicher sind.
So nutzen Sie die Kennzahl
Vergleichen Sie den IRR mit Ihrer Mindestrendite: Liegt er darüber, ist das Projekt vorteilhaft. Den absoluten Gewinn bei einem bestimmten Zins liefert der Kapitalwert-Rechner, die einfache Rendite der ROI-Rechner. Für ein einzelnes Wachstum von Anfang bis Ende reicht der CAGR-Rechner.
Bei mehreren Projekten sollten Sie nicht allein nach dem IRR entscheiden, denn ein kleineres Projekt kann einen höheren IRR, aber einen niedrigeren Kapitalwert haben.
Für Entscheidungen im Alltag eignet sich der IRR auch bei Immobilien, Maschinen oder Solaranlagen. Tragen Sie die Anschaffungskosten im Jahr null ein und danach die erwarteten jährlichen Überschüsse, inklusive eines möglichen Verkaufserlöses im letzten Jahr.
Grenzen der Kennzahl
Verwenden Sie den IRR zusammen mit dem Kapitalwert und der Amortisationsdauer. Erst die Kombination zeigt, wie hoch die Rendite, wie groß der Gewinn und wie lange das Geld gebunden ist.
- Mehrere Vorzeichenwechsel in den Zahlungen können mehrere IRR ergeben.
- Der IRR verlangt mindestens eine Aus- und eine Einzahlung.
- Hohe IRR-Werte setzen meist unrealistische Wiederanlage voraus.
- Zeitpunkt der Zahlungen innerhalb des Jahres wird nicht berücksichtigt.
- Steuern und Inflation fehlen und sollten gesondert betrachtet werden.
Annahmen und Grenzen
Die Zahlungen erfolgen jeweils am Jahresende in gleichen Abständen. Der Rechner nimmt sichere, bekannte Zahlungen an; echte Investitionen sind unsicher. Testen Sie niedrigere Rückflüsse, um die Empfindlichkeit zu prüfen.
Der Rechner ersetzt keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Was ist ein guter interner Zinsfuß?
Einer, der Ihre Mindestrendite und die Rendite alternativer Anlagen mit gleichem Risiko übersteigt.
Worin unterscheiden sich IRR und MIRR?
Der MIRR nutzt einen eigenen Wiederanlagezins für die Rückflüsse und ist daher realistischer.
Warum gibt der Rechner keinen IRR aus?
Dafür braucht es mindestens einen negativen und einen positiven Zahlungsstrom.
Ist der IRR dasselbe wie der Kapitalwert?
Nein. Der Kapitalwert ist ein Betrag in Euro bei gegebenem Zins, der IRR ein Zinssatz, bei dem der Kapitalwert null ist.